Skip to main content

Lebensmitteltechnik gehört zu den technisch anspruchsvollen Berufsbildern der Lebensmittelverarbeitung. Dieses Studium befasst sich mit den Strukturen der Produktionsprozesse von Lebensmitteln, sowie den stofflichen Vorgängen respektive Veränderungen physikalischer, chemischer und biologischer Art im Gesamtprozess der Verarbeitung. Darüber hinaus werden an praxisnahen Fallbeispielen die Absolventen sukzessive an industrielle Abläufe herangeführt. Klar ist, in der Industrie läuft es faktisch anders als in einem Studium. Dennoch sind die parallelen spürbar nah. Das Interessante an diesem Studium ist die Verknüpfung von bereits erlernten (aus Bereichen der Lebensmittelverarbeitung) mit den detailliert, theoretischen Verfahrensprozessen und Produktionsabläufen in der Verarbeitung von Getränken und Lebensmitteln.

Ferner ist es Ziel des Studiums, globale und reale Problemstellungen in Kontext zu stellen. Die Sicherstellung einer qualitativ ausreichenden Ernährung und bessere Nutzung der Rohstoffe, Erschließung neuer Rohstoffquellen und die Entwicklung von Rohstoff angepasster Verfahren rücken dabei in den Vordergrund. Es knüpft an die Bedürfnisse des Menschen, deren Notwendigkeit für Innovationen von Lebensmitteln und Verpackungen an.

Darüber hinaus wird sich zunehmend mit der Digitalisierung von Prozessen und dem Verschlanken/Optimieren von bereits bestehenden Systemen auseinandergesetzt, denn diese müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das Einbinden in die Digitalisierung findet in den meisten Technikerschulen großen Anklang (Festo, Warenwirtschaftsprogramme wie Perigon oder SAP, Arduino).

Die Struktur des Lehrplans wird durch den Beschluss der Kultusministerkonferenz als auch durch die “Verordnung über die Ausbildung und Prüfung an Ein- und Zweijährigen Fachschulen” des jeweiligen Bundeslands und dessen Kultusministeriums vorgegeben. Dabei variieren die Schwerpunkte der Lehrpläne je nach Bundesland. Die Wahl einer geeigneten Fachschule für Lebensmitteltechnik ist demnach auch eine Wahl des Schwerpunktes nachdem sich der Fortbildende/die Fortbildende richten möchte. Eines ist jedoch oftmals gleich, die Sensibilisierung des HACCP Standards, Einblick in Produktionstechnik sowie Mikrobiologie und Lebensmittelchemie sind Grundmodule jeder Fachschule für Lebensmitteltechnik.

Folgende Schwerpunkte oder Themen beherbergt ein Techniker-Studium:

Aufgaben des Projektmanagements kennen und verstehen lernen und kleinere Projekte im Rahmen der betrieblichen Organisation durchführen. Hinsichtlich der Lern- und Arbeitsmethoden versuchen die angehenden Studierenden mittels verschiedener Werkzeuge ihre Entscheidungswege und Lösungen zu strukturieren (analytisches Denken, Stärken oder erlernen).

Betriebswirtschaftliche Geschäftsprozesse müssen geplant, durchgeführt kontrolliert und bewertet werden. Es könnten Teilbereiche wie Beschaffungs-, Warenwirtschafts-, Produktionsmanagement als auch Marketing ein Schwerpunkt sein. Darunter fallen beispielsweise Reizwörter wie:

  • Beschaffungsplanung
  • Bestands- und Bedarfsarten, Bedarfsfeststellung
  • ABC-Analyse und optimale Bestellmenge
  • Bestellverfahren
  • Vorratshaltung kontra just-in-time-Produktion
  • Abwicklung eines Bestellvorganges unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte und unter Verwendung von Standardsoftware
  • Lagerhaltungsstrategien und Lagerbestandspflege
  • Fertigungsverfahren
  • Arbeitssystemgestaltung
  • Umweltverträglichkeit von Produkten
  • Kostenbegriff und -arten
  • Deckungsbeitragsrechnung, Zuschlagskalkulation
  • Marktanalyse und Marktforschung
  • Absatzpolitisches Instrumentarium: Preis-, Rabatt-, Konditionenpolitik,
  • Werbung, Verkaufsförderung, PR,
  • Produkt- und Sortimentspolitik
  • Distributionspolitik

Im Bereich des Produktionsmanagements/-organisation hat sich in den letzten Jahren Lean Management und Six Sigma an einigen Fachschulen manifestiert. Auch die REFA-Arbeitslehre wird von Fachschulen angeboten. Daraus ist deutlich ein Trend in Richtung zeitgemäße Mitarbeiterführung, -orientierung und -qualifizierung zu erkennen.

Funktionelle Verpackungen, innovative Ansätze und transparente Informationen seitens der Hersteller sind sehr spannende Teilbereiche auf dem Gebiet der Verpackungstechnik. Wie, mit was und wie lange wird verpackt? Das sind zwar kurze und knappe Fragen, haben aber weitaus mehr Inhalt wie es auf dem ersten Blick scheint.

Zudem sind in dem Modul Grundlagen elektropneumatischer Steuerungen (Ansteuerungen von Zylindern wie bei einem Metalldetektor-Checkweigher-System) angesiedelt. In dem Kontext wird der Fokus auf triviale Schaltpläne gelegt. Das Verständnis zum Zeichnen eines Stromlaufplans, die dazugehörigen Sensoren und zeitabhängige Steuerungen, Programmablaufsteuerungen sind meist Schwerpunkte.

Qualitätsmanagementsysteme werden in Unternehmen aufgebaut, aufrechterhalten und kontinuierlich verbessert. Im Kern bedeutet das für die Studierenden, allgemeine und lebensmittelsicherheitsspezifische (HACCP-Grundprinzipien) Werkzeuge des Qualitätsmanagements kennen zu lernen. Dazu zählen Reizwörter wie: Mitarbeiterschulungen, Verifizierung, Auditierung, Validierung, sowie PC-gestützte Dokumentation und Lieferanten-management.

In den chemischen, lebensmittelchemischen und mikrobiologischen Einheiten wird auf die Grundlagen der anorganischen/organischen Chemie und mikrobiologische/biologische Gefahren der Lebensmittel z. B. Infektionswege eingegangen. Dabei werden chemische und chemisch-physikalische Untersuchungsverfahren der Lebensmittel erprobt und kennengelernt. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, wie im Falle von Infektionsketten, Lebensmittelinfektionskrankheiten, Lebensmittelvergiftungen und Arbeitssicherheitsmaßnahmen im Labor vorgegangen wird.

Lebensmittel werden auf die Erfüllung von stofflichen, technologischen, sensorischen und ernährungsphysiologischen Qualitätsanforderungen untersucht, beurteilt, kontrolliert und dokumentiert. Weitere Inhalte dieses Themengebiets sind: Nährwerte, Inhaltsstoffe, Deklarationen, Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe, Rückstände und Kontaminanten.

Durch eine breite Ausrichtung finden Absolventen in allen Teilbranchen der Lebensmittelwirtschaft und verwandten Branchen, wie die Pharma- oder Chemiebranche Einstiegsmöglichkeiten. Den Studenten wird durch eine intensive Kooperation von Hochschule und Unternehmen durch Betriebspraktika, Praxisprojekt und Abschlussprüfungen eine praxisnahe Ausbildung geboten und können nachfolgend bereichsübergreifend eingesetzt werden:

  • Produktentwicklung
  • Fachberatung
  • Projektleitung
  • Produktionsleitung
  • Teamleitung
  • Linienführung, Schichtleiter/in, Anlagenführer/in
  • Mitarbeit QM/ QS
  • Anwendungsberatung
  • Arbeitsvorbereitung, Arbeitsorganisator
  • Prozessowner/Optimierer
  • Laborantin Lebensmittelindustrie

Die Bruttoeinstiegsgehälter in der Lebensmittelindustrie von 2016 (Quelle: foodjobs.de, gehalt.de) sind in der folgenden Grafik aufgelistet.

Für weitere Rückfragen oder Ergänzungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!


Partner

  • foodRegio
  • nita Hygiene
  • RAU I INTERIM
  • corner4IT
  • dataroom